k5

Die existierenden europäischen Bildungsprogramme sind kontinuierlich auf Qualität und Wirksamkeit zu überprüfen. Europäische Bildungsinitiativen sind nicht zuletzt angesichts des immer größer werdenden Fachkräftemangels wesentlich.

Die englische Sprache soll verbindlich und frühzeitig europaweit an allen Schulen gelehrt werden. Deutschland sollte aber mit Blick auf den Fachkräftemangel ebenso in anderen europäischen Ländern für das Erlernen der deutschen Sprache werben. Die Berufsausbildungssysteme müssen vereinheitlicht werden. Es ist anzustreben, das deutsche duale Ausbildungssystem zum europaweiten Standard zu entwickeln. In diesem Zusammenhang ist der Anteil der Jugendlichen, die im europäischen Ausland eine Ausbildung absolvieren, zu erhöhen.

Die Europäische Union kann ihre Kraft dann vollwertig ausspielen, wenn sich Wissenschaft und Forschung europaweit vernetzen und dabei Projekte aufgreifen, die die finanziellen Möglichkeiten der einzelnen Nationalstaaten überschreiten. Partnerschaften von Wissenschaftseinrichtungen und der Austausch von Studenten sowie die Gewährung von Stipendien für die MINT- Disziplinen sind zu fördern. Die EU- Forschungsförderung ist zu entbürokratisieren, um die Antragsverfahren zu beschleunigen, die Startup-Kultur ist europaweit zu fördern.

Die Erforschung von Zukunftstechnologien ist europaweit abzustimmen, zu bündeln und finanziell sowie personell zu fördern.

Hierzu gehören insbesondere die Luft- und Raumfahrttechnologie, Künstliche Intelligenz, die Energieversorgungstechnologie, darin insbesondere die Kernfusionstechnologie sowie der Aufbau eines europäischen Navigationssystems.

BILDUNG GANZHEITLICH
BETRACHTEN

Europäische Bildungszusammenarbeit auf hohem Niveau intensivieren

EU-Finanzierungsprogramme wie der Europäische Sozialfonds Plus (ESF+) und Erasmus+ waren und sind wichtige Stützen für die allgemeine und berufliche Bildung, die umfassende Förderung von Kompetenzen und für lebenslanges Lernen in Europa.

Die über Erasmus+ von der EU für Einzelpersonen, Organisationen und bildungspolitische Reformen bereitgestellten Finanz- und Hilfsmittel sowie Ressourcen sind bereits sehr hoch, sei es für Studium, Ausbildung oder die persönliche Weiterentwicklung von Studierenden, Praktikanten und Lehrkräften im Ausland. Dies ist grundsätzlich begrüßenswert. Es wird empfohlen, über kontinuierliche Evaluationen sicherzustellen, dass eine sachgerechte Mittelvergabe erfolgt und die angestrebte Qualität tatsächlich erreicht wird

Bildungskooperationen in Europa in binationalen und Verbund-Formaten mit Lernergebnisorientierung unterstützen

Damit sich die Auszubildenden sowie ausgebildete Fachkräfte im europäischen Raum und den für sie relevanten Arbeitsmärkten erfolgreich bewegen können, gilt es, sowohl berufliche Fertigkeiten als auch fachliche, sprachliche und interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und auszubauen. Dazu möchten wir den Anteil der Jugendlichen erhöhen, die während ihrer Ausbildung einen Auslandsaufenthalt absolvieren.

Wesentliche Elemente für erfolgreiche Bildungskooperationen im Bereich der beruflichen Bildung sind die Lernergebnisorientierung (als Instrument der Profilbildung und Qualitätssicherung für berufsbezogene Austauschpraktika) sowie die Orientierung am ECVET-Prozess (ECVET = Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung), die eine Zertifizierung der erworbenen Kompetenzen (etwa die Berücksichtigung im Europass) ermöglicht. Unter Beachtung der Nutzung dieser Grundprinzipien gilt es, das bewährte Leistungspunkte- und Kompetenzerfassungssystem weiterzuentwickeln, sodass auch neue Kompetenzen, z. B. Digital- und Datenkompetenzen, integriert in den Blick genommen werden können.

Berufliche Aus- und Weiterbildung in Europa intensiver ganzheitlich fördern

In der der EU wurden bereits wichtige Initiativen ergriffen, um die berufliche Aus- und Weiterbildung zu unterstützen, und es wurden wichtige Grundsätze und Ziele für die Zukunft der beruflichen Aus- und Weiterbildung formuliert. Um damit einen Beitrag zur Förderung qualifizierter Fachkräfte zur Unterstützung der Arbeitsmärkte in Europa zu schaffen, darf es aber nicht bei Prinzipien und Grundsätzen sowie recht nebulösen Programminitiativen bleiben.

Wir müssen zu einer agilen Roadmap kommen, die in den Ländern der EU gute Konzepte gemeinsam zeitnah erfolgreich umsetzt und gleichzeitig neuen Herausforderungen – wie z. B. den gravierenden Veränderungen der Arbeitswelt durch KI – Rechnung trägt.

In der beruflichen Ausbildung setzen wir uns dafür ein, EU-Länder bei der Implementierung des in Deutschland sehr erfolgreichen dualen Systems der Berufsbildung zu unterstützen, wenn dies dort gewünscht wird. Damit möchten wir einen Beitrag zur Vereinheitlichung der Berufsbildungssysteme in Europa leisten, was unter anderem immense Vorteile für die Mobilität von Fachkräften hat.

Die elektronische EU-Erwachsenenbildungsplattform EPALE zielorientiert evaluieren

Die für die Erwachsenenbildung in Europa aufgebaute Bildungsplattform EPALE verschlingt bereits seit Jahren erhebliche Finanzmittel, sie wird aber nur unzureichend genutzt. Sie muss deshalb auf den Prüfstand gestellt und umfassend evaluiert werden. Dann muss entschieden werden, wie die erhofften Ziele effizient erreicht werden können.

WISSENSCHAFTLICHEN AUSTAUSCH UND WISSENSCHAFTLICHE TALENTE FÖRDERN

Austausch von Wissenschaftlern in Europa intensivieren

Nur durch gemeinsame Forschung und Entwicklung in Europa kann es Deutschland gelingen, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Nur so kann Deutschland dazu beitragen, die Position der EU-Mitgliedstaaten in Sachen Wissenschaft insgesamt auf ein hohes Niveau zu bringen. Dies gilt besonders für Projekte, die die Möglichkeiten eines einzelnen Landes überschreiten.

Dazu muss der Austausch von Wissenschaftlern zwischen Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen erleichtert werden, bürokratische Hürden müssen endlich spürbar abgebaut werden. Wichtig sind der digitale Austausch unter Wissenschaftlern sowie der temporäre Austausch von Personal. Wir legen Wert darauf, dass in einem solchen europäischen Netzwerk für Wissenschaft und Forschung der Schutz des geistigen Eigentums gewahrt und Urheberrechte unangetastet bleiben.

Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse im EU-Raum sichern

Der Transfer neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Wirtschaft und Gesellschaft ist in Europa generell und besonders in Deutschland intensiv zu fördern. Dazu können regionale und thematische Clusterstrukturen ausgebaut und die wirtschaftliche Schlagkraft durch eine verstärkte europäische Vernetzung erhöht werden.

Es müssen in Europa neue Instrumente entwickelt und implementiert werden, um einen besseren Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen an Hochschulen und von Forschungseinrichtungen in nutzbare Dienstleistungen und Produkte zu realisieren.

Wir fordern darüber hinaus die Einführung einer hochqualitativen europäischen Open-Access-Plattform für wissenschaftliche Publikationen. Dies ermöglicht den unbeschränkten Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen und stellt einen wichtigen Beitrag zur umfassenden Transfersicherung dar

Zusammenarbeit von Hochschulen und Wissenschaftlern in Europa stärken und ausbauen

Bündnis Deutschland möchte eine neue Qualität der Wissenschaftszusammenarbeit in Europa erreichen. Dazu muss in Kooperation mit den deutschen Wissenschafts- und Forschungsorganisationen eine verstärkte Vernetzung ihrer Aktivitäten mit geeigneten Akteuren aus dem EU-Raum sichergestellt werden.

Die Mobilität deutscher Studenten und Wissenschaftler gilt es gezielt zu fördern. Grundlegend hierfür ist die Fortentwicklung des Anerkennungssystems von Studienleistungen in Europa, damit mehr Studenten studienbezogene Auslandserfahrung sammeln können. Dies kann unter Einbeziehung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes sowie geeigneter Stiftungen erfolgen, die im Rahmen des internationalen Hochschulmarketings für den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Deutschland werben.

Wissenschaftliche Talente und Praxispartnerschaften im MINT-Bereich fördern

Bündnis Deutschland strebt an, Europa zum führenden Kontinent in Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik (MINT) zu machen. Diese Zielsetzung ist nicht nur für den Wohlstand, sondern auch für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen wichtig.

Vorgeschlagen wird dazu die Einrichtung eines europäischen Stipendienprogramms für MINT-Studenten, das Talent und Engagement belohnt. Durch diese Initiative wird angestrebt, eine Generation von hochqualifizierten Fachkräften zu schaffen, die ihre Leidenschaft für Wissenschaft und Technik zum Nutzen der Gesellschaft einsetzen können. Dabei könnte Deutschland das Hochbegabten-Förderprogramm für die berufliche Bildung einbringen.

Darüber hinaus gilt es, die Förderung von Partnerschaften zwischen Hochschulen und Technologieunternehmen zu intensivieren. Diese Partnerschaften sollen eine praxisnahe Ausbildung sicherstellen und den Übergang von der Ausbildung in die Berufstätigkeit erleichtern.

Mit diesen Maßnahmen verfolgt Bündnis Deutschland das Ziel, Europa an die Spitze der technologischen Innovation zu bringen und die Wirtschaft für das Zeitalter von Digitalisierung und KI zu stärken.

Deutsches Diplom aufwerten

Bündnis Deutschland setzt sich dafür ein, dass neben den Bachelor- und Masterabschlüssen auch das bewährte und weltweit geschätzte deutsche Diplom dauerhaft anerkannt wird und auch in anderen europäischen Ländern als wissenschaftlicher Abschluss Platz findet.

EUROPA ZUR INTERNATIONALEN INNOVATIONSSPEERSPITZE MACHEN

Forschung für Innovationen intensivieren

Das nächste europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont Europa“ muss für die kommende Förderperiode 2025-2027 mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestattet werden. Nur so können in Europa Innovationen bis hin zur kommerziellen Nutzung weiterentwickelt werden.

Bündnis Deutschland begrüßt es ausdrücklich, wenn sich deutsche Institutionen und Unternehmen hier engagieren, um nicht den Anschluss zu verlieren und um neue Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft zu generieren.

Um international wieder erfolgreich zu sein, müssen wir Innovationen fördern. Das können wir erreichen, indem wir Wettbewerbe für Spitzencluster initiieren oder uns in europäischen Netzwerken engagieren. Dadurch werden wir auf allen Leitmärkten international wieder erfolgreich präsent werden.

Forschungsförderung für mittelständische Unternehmen in Europa ausbauen

Kleine und mittlere Unternehmen sollten einen verstärkten, unbürokratischen Zugang zur Förderung von Forschung und Entwicklung erhalten. Dazu gilt es, für die Unternehmen Kooperationen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen im europäischen Raum gezielt zu eröffnen. So lässt sich das technologieorientierte Innovationsgeschehen in Deutschland unterstützen und gleichzeitig die Kooperation der Unternehmen im europäischen Raum intensivieren.

Organisation der EU-Forschungsförderung optimieren

Wirtschaft und Gesellschaft stehen immer häufiger vor immensen Herausforderungen, die eine schnelle Umsetzung von innovativen Maßnahmen und Initiativen auf Basis abgesicherter Forschung erfordern. Um die Genehmigungsverfahren für wichtige Forschungsvorhaben zu beschleunigen, setzen wir uns in der Forschungsförderung für die Entbürokratisierung der Antragsverfahren ein. So muss gewährleistet werden, dass Bewilligungen von Forschungsmitteln innerhalb von etwa sechs Monaten möglich sind.

Besonders bei europäischen Projekten sind die administrativen Hürden extrem hoch und für die Antragsteller kaum zu bewältigen. Wissenschaftler sind spezialisierte Experten mit guten Ideen und Konzepten, auf die sie sich konzentrieren sollten. Für zeitintensive administrative Aufgaben der Projektbeantragung und Finanzverwaltung ist daher verstärkte Unterstützung durch die Genehmigungs- und Koordinierungsstellen, wie z. B. die Projektträger, nötig.

Gleiche Bedingungen für Grundlagenforschung im EU-Raum sichern

Erfolgreiche Grundlagenforschung bedarf vielfach internationaler Kooperation, u. a. durch die Einrichtung größerer Forschungsverbünde. Deutsche Forschungseinrichtungen können im EU-Vergleich oft nicht mithalten, etwa wegen zu hoher Energiekosten, bürokratischer Vorgaben oder ideologisch motivierter Einschränkungen.

Hier gilt es, gleiche Rahmenbedingungen in Europa zu schaffen und darauf zu achten, dass diese im internationalen Vergleich angemessen sind und Europa nicht von internationalen Entwicklungen abkoppeln. Folgende Beispiele verdeutlichen, wo anzusetzen ist: Viele Großforschungsprojekte und -experimente wie beispielsweise in der Hochenergiephysik oder in der Material- oder Proteinforschung mit Synchrotronstrahlungsquellen sowie Hochvakuum- und Röntgengeräte haben einen großen Bedarf an elektrischer Energie, da sie kontinuierlich betrieben werden müssen.

Die betroffenen Forschungsstellen in Deutschland müssen daher so unterstützt werden, dass Forschung trotz der hohen Energiekosten uneingeschränkt möglich bleibt. Ansonsten geraten die entsprechenden Forschungsgebiete in Deutschland unwiederbringlich ins Hintertreffen.

Die strategische Rolle der Luft- und Raumfahrtforschung für Deutschland und Europa begreifen

Die Luft- und Raumfahrtforschung spielt eine wichtige strategische Rolle für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Der selbstbestimmte, unabhängige Zugang zum Weltall wird immer wichtiger.

Die Luft- und Raumfahrtforschung ist zudem ein Eckpfeiler der europäischen Kooperation sowie Vorreiter für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien. Der Technologietransfer wirkt als Innovationstreiber in andere Wirtschaftsbereiche. Deutschland sollte seine nationalen Förderstrukturen konsequent weiterentwickeln und sich an neuen Raumfahrtforschungsprogrammen für Europa beteiligen.

Der Massentransport von kleineren Satelliten, z. B. für Navigations- oder Kommunikationszwecke, hat an Wichtigkeit gewonnen. Hierfür können wiederverwendbare Systeme erfolgreich kostensparend eingesetzt werden. Um im Rahmen der EU konkurrenzfähig zu werden, ist es nötig, Raketensysteme zu entwickeln, die mehrfach auf Wasser und Land zurückkehren können.

Startups zur Entwicklung von Trägersystemen mit geringerer Tragkraft sollten unterstützt werden. Dies wäre ein wichtiger, motivierender Impuls für Ausbildung, Forschung und Technologie in diesem Zukunftsbereich. In Europa müssen geeignete Startplätze zur Verfügung gestellt werden, auch in Deutschland. Hierbei sollten mobile Plattformen in der Nordsee verfolgt werden.

Die Realisierung der europäischen Ariane 6 Trägerrakete verzögert sich kontinuierlich und wird immer teurer. Durch den Beschluss, die Ariane 5 nicht weiter zu nutzen, fehlen der EU zwischenzeitlich entsprechende Transportmöglichkeiten ins Weltall. Die Abhängigkeit von Transportmöglichkeiten, die von Nicht-EU-Staaten bereitgestellt werden, ist zu keinem Zeitpunkt akzeptabel.

Ambitionierte Startup-Kultur in der europäischen Forschung etablieren

Bündnis Deutschland betont die Bedeutung von großen Ambitionen und Risikobereitschaft für eine florierende Startup-Kultur, die ihr Innovationspotential voll ausschöpft. Es ist wichtig, dass die EU einen Mentalitätswandel in der gesamten Gesellschaft unterstützt, der angehende Unternehmer ermutigt, große Ambitionen zu verfolgen. Nur so lassen sich die unternehmerischen Potenziale freisetzen und Innovationen umfassend fördern.

Durch die Unterstützung von Projekten zur Förderung der Startup-Kultur und einer offeneren Haltung in der Gesellschaft kann die EU das unternehmerische Ökosystem in Europa stärken und zu wirtschaftlichem Wachstum, Arbeitsplatzschaffung sowie einer Kultur des Fortschritts und der Innovation beitragen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

NEUE TECHNOLOGIEN FÖRDERN, RISIKEN ERNST NEHMEN

Hightech- und Innovationsstrategie für die EU entwickeln und mit „Roadmapping“ zeitnah umsetzen

Eine erfolgreiche Nutzung von innovativen Technologien bedarf einer ganzheitlichen Hightech- und Innovations-Strategie für Europa. Dabei gilt es, bereits vorhandene EU-Strategieentwicklungen im Digitalisierungs- und Daten-Umfeld zeitnah zu integrieren. Nur so kann unter Beachtung der vielfältigen Megatrends und der disruptiven technologischen Entwicklungen ein ganzheitliches Roadmapping realisiert werden. Deutschland muss in Kooperation mit europäischen Partnerländern diese Zukunftsaufgaben im Verbund von Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik gestalten. Es gilt vor allem, mittels Trend- und Technologieradaren technologische wie gesellschaftliche Innovationen in den Blick zu nehmen und daraufhin zeitnah Anwendungsprojekte zu initiieren und umzusetzen.

Ziel muss es sein, bei Schlüsseltechnologien und Kernkompetenzen in den Bereichen Energieversorgung, Informations- und Kommunikationstechnik, Digitalisierung, Data & Analytics sowie Künstlicher Intelligenz (einschließlich Machine Learning), Cyber-Security und Quantencomputing eigene Technologieplattformen und Produktionslinien im europäischen Verbund zu halten.

Technologie-Cluster in Europa für Technologien von weltweiter Bedeutung etablieren

Wir fordern das Bilden von Technologie-Clustern im europäischen Raum, die eine explizit weltweite Bedeutung beanspruchen und Europa im internationalen Vergleich stärken. Als Technologiebereiche, die eine zukunftsorientierte Anwendung in Nationalstaaten eröffnen, seien genannt:

Meerwasserentsalzung, optimierte Herstellung von grünem Wasserstoff und E-Fuels, CO2-Einlagerung, Nutzung der Geothermie, Hochtemperatursupraleiter zum verlustfreien Stromtransport, 3D-Druck von Häusern incl. Wärmedämmung und dem Schutz vor Naturkatastrophen. Weitere Beispiele sind die Entwicklung von neuen, umweltfreundlichen Wärmedämmmaterialien, z. B. auf der Basis von Aerogelen, sowie von intelligenten Fenstersystemen zur Wärmeregulierung mit integrierter Stromerzeugung.

Intelligente Technologien wie KI und Machine Learning (ML) als Chance nutzen

Künstliche Intelligenz (KI) und weitere intelligente Technologien – wie etwa Hyperautomation, Robotic Process Automation und Machine Learning (ML) – haben aktuell einen immensen Anwendungsschub in nahezu allen Lebensbereichen erfahren. So werden KI und ML in den nächsten Jahren wesentliche Innovationen hervorbringen: als Beispiele seien selbstfahrende Fahrzeuge, Chatbots im E-Commerce oder Technologien in der medizinischen Forschung genannt.

Die EU muss sich den Chancen und Risiken dieser innovativen Entwicklungen stellen, indem gemeinsame anwendungsbezogene Anstrengungen von Wissenschaft und Forschungsinstitutionen unternommen werden, die sicherstellen, dass diese innovativen Technologien erfolgreich in Wirtschaft und Gesellschaft verankert werden.

Mit KI werden Innovationen in verschiedenen Branchen und Bereichen vorangetrieben und beschleunigt. Durch den Einsatz von KI-Technologien können Unternehmen und Organisationen ihre Prozesse verbessern, neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln und sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Wir müssen daher in Europa die Entwicklungen der intelligenten Technologien, durch die Maschinen wahrnehmen, verstehen, handeln und lernen können, unbedingt als Chance begreifen.

Hier dürfen keine leichtfertigen Verbote oder Einschränkungen ausgesprochen werden wie z. B. der geplante AI-Act, den das EU-Parlament bereits angestoßen hat – dies würde Deutschland bzw. Europa schnell weit im internationalen Vergleich zurückwerfen. Eine Überregulierung durch das EU-Parlament gilt es zu verhindern, damit aus dem AI-Act kein Software-Act wird, der dann nahezu jegliche Software regulatorisch erfasst.

Im Hinblick auf die Investitionen der internationalen Konkurrenz, u. a. China und den USA, in die Entwicklung von KI muss eine internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleiben, um die noch vorhandene Marktführerschaft in einzelnen Bereichen nicht in naher Zukunft zu verlieren.

Anderseits gilt es auch, die sich abzeichnenden Einsatzfelder seitens der EU ethisch und datentechnisch zu begleiten und abzusichern. Datenschutz ist wichtig, darf aber nicht von vornherein die dynamische Entwicklung auf diesem Gebiet behindern. Personenbezogene Anwendungen der KI für z. B. Einstellungsverfahren, Universitätszulassungen oder Bewertungen für Zeugnisse müssen einer fachkundigen Überprüfung unterliegen. Es ist sicherzustellen, dass derartige Ergebnisse von einem menschlichen Entscheider verifiziert und verantwortet werden.

Insgesamt sollte die EU daher auf den Aufbau und die Förderung von Datenkompetenzen (die sogenannte Data Literacy) bei allen Altersstufen besonderen Wert legen.

Durch Etablierung von ethischen Leitlinien und Prüfsystemen soll Künstliche Intelligenz weiter erforscht und gefördert werden, um dem Wohl der Menschen zu dienen.

Die EU muss jedoch auf die Gründung weiterer Behörden und Zentren zur Innovationsförderung und -kontrolle verzichten. Ein schlanker und offener Markt gibt der Innovation genug Anreize, sich auf dem europäischen Markt zu etablieren.

Anwendungspotenziale für Quantencomputing zeitnah evaluieren und umfassende Nutzung in der EU fördern

Quantencomputer ermöglichen die unvergleichlich schnellere Lösung komplizierter Probleme als die schnellsten Supercomputer. Anwendungen finden sich z. B. in der Kryptologie, Materialforschung und Quantenchemie, die für die Pharmaforschung wichtig ist. Ein Rückstand auf diesem Gebiet hätte fatale Folgen für Europas Wissenschaft und Wirtschaft.

Wir erwarten, dass die universitäre Ausbildung auf dem Gebiet Quantencomputing in Deutschland und Europa gefördert wird. Nur so wird es Forschern ermöglicht, neue Chemikalien und Werkstoffe zu entwickeln, etwa für Brennstoffzellen, Batterien und Katalysatoren.

Europäische Projekte zu Navigationssystemen vorantreiben

Der Ausbau des europäischen Navigationssystems Galileo muss vorangetrieben werden. Die Positionsbestimmung und Zeitbestimmung mit sehr hoher Genauigkeit ist Grundlage für Hochtechnologie, z. B. für autonome Fahrsysteme. Diese muss absolut zuverlässig und unabhängig von anderen Systemen wie GPS, Glonass und Beidou autark unter europäischer Hoheit ausfallsicher zur Verfügung stehen. Europa darf nicht von den Satellitensystemen anderer Nationen abhängig sein.

Zuverlässige Kommunikation und ausfallsicheres Internet weltweit ist elementar für das Überleben freiheitlicher, demokratischer Staaten. Die Folgen des Ausfalls der internationalen Glasfaserverbindungen zwischen den Kontinenten wären nicht mehr kontrollierbar. Satellitengestützte Systeme müssen zur Verfügung stehen, um einen Ausfall zumindest teilweise kompensieren zu können und Europa weniger angreifbar zu machen. Hierfür muss die Technologie entwickelt und bereitgestellt werden.

Technologie- und Innovationstransfer fördern

Bündnis Deutschland betont die Wichtigkeit des Technologietransfers von Hochschulen und Forschungszentren in die Wirtschaft für gesellschaftlichen Fortschritt und Innovation. Dabei sehen wir Startups und Innovationszentren als Schlüsselakteure für wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplatzschaffung.

Die Unterstützung von Forschern bei der Gründung von Technologieunternehmen, um Forschungsergebnisse in nutzbringende Produkte zu transformieren, ist daher essenziell.

Die EU sollte finanzielle Anreize, Ressourcen und Beratung bereitstellen, um die Unternehmensgründung zu erleichtern. Bürokratische Hürden müssen deutlich erkennbar abgebaut werden. Zusätzliche Maßnahmen sind die Förderung von Mentorenprogrammen zur Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Unternehmen sowie die Investition in Technologieparks und Innovationshubs als Orte der Zusammenarbeit und Innovation. Bündnis Deutschland ist entschlossen, ein starkes Technologie-Ökosystem zu fördern, um Europa als einen globalen Leader in der Technologieindustrie zu etablieren.

k6